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Die Höhle der Löwen Statistik: Lohnt sich die Teilnahme für die Unternehmer?

von Phillip
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Von Phillip Wilke und Annalena Stanhope

Seit 2014 ist „Die Höhle der Löwen“ ein alljährliches Fernsehereignis. Das Besondere an der Sendung: Bei der VOX-Show, dessen fünfte Staffel am Dienstag ab 20.15 Uhr mit der letzten Episode zu Ende ging, wird tatsächlich Business gemacht. Start-up Gründer präsentieren ihr Konzept den fünf Investoren um Tech-Guru Frank Thelen. Direkt im Anschluss entscheiden sich diese, ob sie in die Firma investieren oder nicht und wenn ja wie viel. Im Laufe des Jahres fließt dann echtes Geld.

Was viele nicht wissen: Ein Großteil der in der Show ausgelobten Investments kommt nach der Sendung gar nicht zustande. Gerade mal 61,1 Prozent der versprochenen Investments werden Realität. Warum es sich für die Gründer trotzdem lohnt, in der Show dabei zu sein, welche Investoren ihre Angebote am häufigsten zurückziehen und wer am spendierfreudigsten ist, wollen wir in diesem Artikel klären.

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Mehr als ein Drittel der Deals platzen nach der Show

31,83 Millionen Euro wurden den 154 erfolgreichen gepitchten Firmen bisher in der Sendung versprochen. Über den Tisch flossen aber nur 18,65 Mio. Euro an 94 Firmen und damit nur 58,6% der angekündigten Summe. 60 Deals kamen nicht zustande – das sind ca. 40% der versprochenen Investments. Bei insgesamt 321 Teilnehmern der Sendung liegt die Chance für ein erfolgreiches Investment insgesamt bei etwa 1 zu 4. Ist das versprochene echte Business bei der „Höhle der Löwen“ also eine Mogelpackung?

Ein genauer Blick auf die Produktion der Sendung zeigt, dass die Quote der geplatzten Deals gar nicht so schlecht ist! Denn was der Zuschauer am Bildschirm nicht mitbekommt: Die Löwen sehen das Konzept der Gründer tatsächlich zum ersten Mal, wenn die Kameras laufen. Die Dreharbeiten finden ein halbes Jahr vor Ausstrahlung statt. Erst nach Drehschluss treffen Löwen und Gründer zusammen, lernen sich kennen und klären Unklarheiten. In der sogenannten Due-Diligence, einer sorgfältigen Analyse des Gründerunternehmens, in der dessen tatsächlicher Wert bestimmt wird, kommen dann die Karten auf den Tisch. In dieser Phase platzten die meisten Deals. Gründe dafür gibt es viele, von falschen Angaben der Start-ups über zu weit auseinanderlaufende Firmenstrategien bis hin zu persönlichen Diskrepanzen ist alles dabei.

Die Entscheidung der Investoren wird durch den Ablauf der Show somit unnatürlich beschleunigt. Ein kurzer Vortrag der Gründer, dann eine kleine Fragerunde und anschließend das Investment mit Shake-Hands – was im TV so einfach aussieht, kann nicht der Realität entsprechen. Kein Investor im realen Leben entscheidet sich nach einem fünfminütigen Pitch, zu dem er vorab keinerlei Vorkenntnisse besitzt, für ein Geschäft über mehrere zehntausend Euro. Klar, dass die eigentlichen Verhandlungen erst nach Drehschluss geführt werden können, und dass ein Handschlag oder eine Umarmung kein rechtsgültiger Vertragsabschluss ist.

Carsten Maschmeyer verteidigte die Deal-Quote Anfang Oktober 2018 im Interview mit Gründerszene trotzdem. „Im Vergleich zum Alltagsgeschäft, wo nach einer Due Diligence viele Investmentmöglichkeiten nicht gemacht werden, ist die Quote der erfolgreichen Deals in der ‚Höhle der Löwen‘ sehr gut.“ Dass ein Geschäft, das im Vorfeld anders dargestellt wurde, als es tatsächlich in Fakten und Zahlen ist, nicht abgewickelt wird, ist durchaus nachvollziehbar. Bei genauer Betrachtung macht die Quote an geplatzten Deals die Sendung sogar glaubwürdiger und echter. Hinter dem ganzen Entertainment geht es letztendlich um reale Investments.

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Nichtsdestotrotz scheinen sich die Macher der Sendung die Stimmen der Kritiker zu Herzen genommen zu haben. Auf die einzelnen Staffeln gerechnet, hat sich die Quote der zustande gekommenen Deals verbessert. Am schwächsten war diese mit 23,5% bzw. 31% noch bei den ersten beiden Staffeln. Mit 82,3% ist die Quote in der aktuellen Staffel am stärksten. Hierzu muss allerdings ergänzt werden, dass einige Deals noch in Verhandlungen stecken. Die Anzahl der geplatzten Deals könnte also noch steigen.

Investments pro Staffel:

  1. Staffel: 1,87 Mio. € geplant, 1,43 Mio. € geplatzt (76,5%), 0,44 Mio. € geklappt (23,5%)
  2. Staffel: 3,2 Mio. € geplant, 2,21 Mio. € geplatzt (69%), 0,99 Mio. € geklappt (31%)
  3. Staffel: 6,61 Mio. € geplant, 2,95 Mio. € geplatzt (44,6%), 3,66 Mio. € geklappt (55,4%)
  4. Staffel: 8,1 Mio. € geplant, 4,46 Mio. € geplatzt (55%), 3,64 Mio. € geklappt (45%)
  5. Staffel: 12,05 Mio. € geplant, 2,13 Mio. € geplatzt (17,7%), 9,97 Mio. € geklappt (82,3%)

Die Werbung ist wichtiger als der Deal

Doch der Fakt, ob ein Deal in der Sendung zustande gekommen ist oder nicht, ist für den Erfolg gar nicht so entscheidend. Dies zeigt ein Blick auf Misserfolgs-Quote der teilnehmenden Start-ups. Von den 173 Firmen, die in der Sendung keinen Deal bekommen haben, sind heute noch 141 am Markt. 17,3% mussten bisher also aufgeben. Das ist für Firmenneugründungen ein sehr guter Wert. Zum Vergleich: Deutschlandweit scheitern nach einer Erhebung der KfW-Bank von 2018 32% aller Firmen drei Jahre nach der Gründung. Zwar lassen sich die Zahlen nicht eins zu eins vergleichen, da die Gründer aus der Show zu verschiedenen Zeitpunkten ihre Firmen gegründet haben, aber nichtsdestotrotz scheinen die „Löwen“-Gründer allgemein erfolgreicher zu sein, als das gesellschaftliche Mittel.

Viel besser ist die Quote natürlich, wenn auch Geld geflossen ist. Lediglich vier der Firmen (Crispy Wallet, Gobl Gürtel, Lendstar und Popcornloop) in die mindestens ein Löwe investiert hat, sind Pleite gegangen: 95,7% sind noch am Markt. Spannend wird es aber vor allem, wenn man sich die Zahlen der Firmen, deren Investment nach der Sendung noch geplatzt ist, anguckt. Von den 60 Firmen dessen Deal im Nachhinein geplatzt ist, gingen nur drei pleite. Mit 95% ist die Erfolgsquote fast genauso hoch wie bei den zustandsgekommenen Deals. Wichtiger als das Investment scheint also die positive Bewertung der Löwen im Fernsehen im Zusammenhang mit einer versprochenen Invention zu sein. Die positive Werbung scheint also das größte Plus der VOX-Show zu sein.

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Erfolg/Misserfolg der 321 Bewerber:

  • 94 Deal geklappt: 90 am Markt (95,7%), 4 nicht mehr am Markt (4,3%)
  • 60 Deal geplatzt: 57 am Markt (95%), 3 nicht mehr am Markt (5%)
  • 173 kein Deal bekommen: 143 am Markt (82,7%), 30 nicht mehr am Markt (17,3%)
  • 327 Teilnehmer: 290 am Markt (88,7%), 37 nicht mehr am Markt (11,3%)

Männliche und weibliche Gründer

Hinter all dem Entertainment verstecken sich richtige Geschäfte zwischen Gründern und Investoren, auch wenn es sich nur um kurze Eindrücke handelt, die beim Zuschauer ankommen. Wie real ist das Bild der Start-up-Szene, dass in der Show vermittelt wird? Was die Geschlechterverteilung angeht, könnte man die Show als Vorreiter bezeichnen,. Im Vergleich zur Gründungsquote in Deutschland ist die Frauenquote fast doppelt so hoch. Von den 603 Kandidaten (mehrere Personen pro Firma möglich), die sich in einem Pitch vorgestellt haben, waren 24,9 Prozent weiblich und 75,1 männlich. In einer Statistik vom Deutschen Start-up Monitor über die Verteilung von Gründern in Deutschlands Start-ups von 2014 bis 2018 waren nur 13,5 Prozent vom weiblichen Geschlecht.

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Investments und Marketing

Das Format „Höhle der Löwen“ gilt als das erfolgreichste, das es bei je VOX gab. Die Einschaltquoten mit knapp drei Millionen pro Folge und der Sendezeitpunkt zur absoluten Primetime animiert viele Gründer, sich zu bewerben. Wie die oben erwähnten Zahlen zeigen, lohnt sich ein Auftritt für die Gründer unabhängig vom Ausgang. Sollte keiner der Löwen anspringen, ist es immer noch kostenlose Werbung für die Start-ups. Und auch diese scheint sich auszuzahlen. Nach Ausstrahlung der Sendung laufen die Klickzahlen auf den Websites der Firmen häufig rund. Nicht selten kommt es aus diesen Gründen auch zu Serverabstürzen der Online-Shops. Dies kann auch zum finanziellen Problem werden. Denn die Teilnahme an der Show ist nicht ganz kostenlos. Neben den Kosten für die zusätzliche Anmietung von Servern muss die gesamte Ausstattung des Pitches meist innerhalb extrem kurzer Zeit organisiert und selbst bezahlt werden.

Umso ärgerlicher ist es, wenn der Sender sich kurz vor der Ausstrahlung dazu entscheidet, ein Unternehmen plötzlich zu streichen. So erging es dem Start-up Studyflix in der fünften Staffel. Vor sechs Monaten traten die Gründer Benedikt Berger und Reinhard Blech mit einer Lernplattform für Erklärvideos vor die Löwen und erhielten eine Woche vor der geplanten Ausstrahlung eine Sendeabsage per E-Mail. Wie hoch der finanzielle Schaden ist, erklärte das Duo auf seinem Blog: „Wir haben einen mittleren fünfstelligen Betrag investiert, um uns auf die Sendung vorzubereiten. Das fängt mit kleinen Dingen wie der Deko für die Kulisse bei den Dreharbeiten an. Hinzu kommen Kosten für Marketingkampagnen, die wir speziell für den Nachgang der Sendung vorbereitet hatten. Besonders teuer war allerdings die Optimierung der Website für die potentielle Ausstrahlung. Wir wollten natürlich verhindern, dass die Seite während der Sendung zusammenbricht und ein schlechtes Nutzererlebnis verursacht.“ Den Schock haben die Gründer mittlerweile verdaut, immerhin hat ihnen das große Medien-Echo zu großer Bekanntheit verholfen, diese wollen sie jetzt nutzen.

Wenn die Ausstrahlung erst mal erfolgt ist, ist die Nachfrage auf der Suchmaschine Google für die einzelnen Produkte in der Regel sogar größer als die Suchanfragen zur kompletten Show – zumindest in der Woche der Ausstrahlung der Episode, in der das Produkt vorkommt. Bei vielen Firmen ebbt das Interesse natürlich schnell ab, während die Google-Suche nach „Höhle der Löwen“ über die Länge der gesamten Staffel in etwa konstant verläuft.

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Die Top-Firmen der fünf Saffeln

  1. Staffel: Foodist (Peak: 256.823 Suchanfragen/Woche)
  2. Staffel: Kowach (Peak: 161.058 Suchanfragen/Woche)
  3. Staffel: Sugar Shape (Peak: 435.294 Suchanfragen/Woche)
  4. Staffel: Pony Puffin (Peak: 313.411 Suchanfragen/Woche)
  5. Staffel: Smart Sleep (Peak bisher: 296.000 Suchanfragen/Woche)

Die Werbewirkung der Sendung ist also nicht zu unterschätzen. Denn nicht nur potenzielle Kunden gucken sich die Sendung an. Auch unter Investoren ist diese besonders beliebt. So kommen in einigen Fällen sogar Investments ohne Löwen zustande. Die Lern-App Math 42 erhielt bspw. nach der erfolglosen Vorstellung ihrer Firma in der 2. Staffel hatten die beiden Gründer Maxim und Raphael Nitsche ein Investment über 12,5 Mio. des amerikanischen Lernanbieters Chegg erhalten. Trotz der hohen Pitch-Kosten ist eine Teilnahme an der Sendung somit also meist zuträglich und für den Erfolg auch wichtiger als der eigentliche Deal in der Sendung.

Firmen nutzen Werbewirkung aus

Dies scheinen mittlerweile auch einige der teilnehmenden Gründer zu wissen. Carsten Maschmeyer, der staffelübergreifend schon in 25 Gründerfirmen investierte (zehn davon scheiterten im Nachhinein), kritisierte, dass sich Gründer dies zueigen machen. Nicht immer ging das von der von dem Unternehmer aus. Wie er gegenüber Gründerszene erklärte, nutzen einige Kandidaten die Show nur zu Marketingzwecken und sind gar nicht zwangsläufig an einer Zusammenarbeit interessiert. Dabei wird der eigentliche Vertrag so lange aufgeschoben, bis die Werbeminuten über die Bildschirme geflimmert sind. Danach steigt die Unternehmensbewertung logischerweise und die Gründer können so nicht nur mehr Geld verlangen, sondern auch weniger Anteile abgeben, oder sich direkt für einen anderen Investor entscheiden. Um das zukünftig zu unterbinden, forderte Maschmeyer die Produktionsfirma dazu auf, nur noch Gründer zu senden, die vorab zum Notar gegangen sind.

Williams ist der Publikumsliebling, Thelen der Dauerbrenner

Mit Frank Thelen, Judith Williams, die sich mit Georg Kofler abwechselt sowie Carsten Maschmeyer, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel sitzen in jeder Folge der Sendung fünf Investoren auf den Jurysesseln. In der nächsten Staffel soll mit Orthomol-Chef Nils Glagau ein weiterer dazukommen. Ob ein Investor die Runde verlassen wird, ist noch nicht klar. In jedem Fall wird es auch in Zukunft verschiedene Investoren mit verschiedenen Investitionsinteressen in der Show geben. Drei der Investoren wollen wir hier näher vorstellen.

Wer in der Höhle der Löwen einen Deal einholen möchte, der kommt nicht an Frank Thelen vorbei. Der Tech-Guru ist der einzige Löwe, der seinen Sessel in jeder Folge füllte. Seine Kollegin Judith Williams brüllt zwar auch seit der ersten Episode, wechselte sich in den vergangenen Staffeln aber mit Georg Kofler ab. 34 Mal schlug der 43-Jährige bereits zu, 20 Deals davon scheiterten im Nachhinein. Der Unternehmer veränderte seinen Geschmack im Laufe der Staffeln und fand seine Liebe zur Foodszene. Mit Little Lunch, Lizza, Luicella’s Ice Cream, Fittaste, Pumperlgsund, 3bears, Frittenlove und Yfood stammen über die Hälfte seiner Investments aus dem Sektor rund um die Ernährung. Wer hätte das von dem Technik-Löwen gedacht?

Ob Abflussfee, Bügel-Clou oder Fugentorpedo Ralf Dümmel steigt besonders im Non-Food-Bereich nur zu gerne mit ein. Durch seine Firma DS Produkte hat der 51-Jährige genug Erfahrung, um die Produkte zu vermarkten. Seit der dritten Staffel ist der 20-Millionen-Löwe mit dabei und hat jetzt schon mehr Deals erbeutet als Dauerbrenner Thelen. 59 Mal konnten die Gründer den Löwen von sich überzeugen. Bei Dümmel waren es nur 15 Deals, die nicht zustande kamen. Er gilt als Deal-König. In der aktuellen Staffel schlug er bisher 18 Mal zu. Bei den Start-ups ist der Norddeutsche äußerst beliebt, lediglich 25 Prozent seiner in der Show vereinbarten Geschäften scheiterten später. Das ist der geringste Wert nach Dagmar Wöhrl. Längst nicht alle Löwen sind so verlässlich.

Publikumsliebling Judith Williams cancelt bspw. 63,3 Prozent ihrer Investments hinterher wieder. Überhaupt hält die Teleshoppingqueen ihr Portemonnaie auffällig oft zurück. In der fünften Staffel investierte die Unternehmerin lediglich zweimal: Gemeinsam mit Frank Thelen steckte sie für 25 Prozent der Firma eine Million Euro in Caligraphy Cut, ein innovatives Haarschneidegerät. Bei Sanilu wurde Williams ebenfalls schwach und wollte das Reinigungsmittel für Kleintierbehausungen zusammen mit Dagmar Wöhrl mit 60.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile unterstützen, hinterher stiegt die Investorin allerdings aus. Für Sanilu floss somit nur die Hälfte des Geldes. Kein Einzelfall, wie die Quote beweist. Trotzdem ist die frühere Opernsängerin bei den Zuschauern in aller Munde. Die Taktik macht es: Unabhängig davon, ob sie wirklich Interesse hat gerät die Löwin bei den Pitches regelmäßig ins Schwärmen, zu einem Angebot reicht es meistens aber doch nicht.

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Deal-König Dümmel sorgt für Teleshopping-Feeling

Insgesamt wirkt die Sendung immer trashiger, dass liegt zum einen an Ralf Dümmel, der bereitwillig in Produkte wie Abflussduftsteine oder ein Fugenreinigungsgerät investiert und zum anderen an den Teilnehmern und ihren Erzeugnissen. Hatte man anfangs noch das Gefühl, dass die Show echte Innovationen präsentiert, kommt man sich beim VOX-Quotenschlager mittlerweile fast wie bei einer Teleshopping-Dauerwerbesendung vor. Die vorgestellten Produkte gibt es pünktlich nach Sendeschluss in den Shops zu kaufen, auf den Internetseiten der Start-ups grüßt meist ein größeres Porträt von Ralf Dümmel mit Daumen nach oben und einem passenden Slogan. Von der eigentlichen Philosophie der Show, aus engagierten jungen Gründern ein profitables Unternehmen zu formen und diesen dabei noch ausreichend Raum für eigene Ideen zu lassen, scheint wenig übrig zu sein. Das zeigt sich auch an den Einschaltquoten, die seit der vierten Staffel stagnieren. Lockte die dritte Ausgabe von „Die Höhle der Löwen“ im Schnitt 2,87 Millionen Menschen vor die Bildschirme, waren es die beiden Jahre darauf je 2,86 Mio. – nahezu gleich viele Menschen also. Von einer stetigen Steigerung wie in den ersten drei Jahren ist nichts mehr zu sehen. Es scheint so, als wäre die Sendung langsam am Zenit. Durch die geplatzten Deals und den zunehmenden Trash-Charakter steht das Erfolgsformat in der Kritik. Die Macher müssen sich was einfallen lassen, um den Verfall der Sendung noch aufzuhalten.

Ursprung in Japan: Ableger in 27 Ländern

Seinen Ursprung hat das Showkonzept in Japan. Bereits 2001 wurde die Show „Geld Tiger“ (übersetzt aus dem japanischen) gestartet. Richtig populär wurde die Idee Investoren und Unternehmer in einer Fernsehshow zusammenzubringen in Europa aber durch die britische Show „Dragons Dan“ (zu deutsch: Drachenhöhle). Mittlerweile gibt es Ableger der Sendung in 27 Ländern. Der Bekannteste ist zweifelsohne die US-Show „Shark Tank“ (Haifischbecken), bei der Dallas Mavericks-Besitzer Mark Cuban in der Jury sitzt. Eine ganz ähnliche Show wurde ab 2004 in den Vereinigten Staaten gesendet: „The Apprentice“ (zu deutsch „Der Auszubildende“). Bis zur 14. Staffel saß dort der heutige US-Präsident Donald Trump in der Jury.

Die komplette Infografik findet ihr hier.

Quellen:

Diese Grafik wurde zur Verfügung gestellt von ChuckNoRisk.com. Für die Erhebung wurden die Zahlen der deutschen Wikipedia sowie der Websites deutsche-startups.de und gruenderszene.de miteinander abgeglichen. Deals, bei denen nur ein Gründer abgesprungen ist, wurden als geklappt gewertet. Wenn keine offiziellen Angaben zur Verteilung der Firmenanteile und der Investitionssumme gemacht wurden, sind wir von einer gleichmäßigen Verteilung zwischen den abgesprungenen und den übrig gebliebenen Investoren ausgegangen. In der 5. Staffel wurden auch Deals, bei denen sich Investoren und Gründer noch in Verhandlung befinden als geklappt gewertet. Die Angaben welche Firmen aus „Der Höhle der Löwen“ noch am Markt sind basieren auf Eigenrecherche. Der deutschlandweite Referenzwert der liquidierten Firmen basiert auf einer Studie der KfW-Bank von 2018. Die Vermögen der Investoren wurden von der Website vermoegenmagazin.de übernommen. Das Suchvolumen wurde mittels „Google Trends“ ermittelt. Als Referenzwert diente der Begriff „Suchmaschine“. Die Geschlechter der Gründer in Deutschland stammen aus einer Erhebung des „Deutschen Startup Monitors“ von 2018, die Geschlechtsangaben der „Höhle der Löwen“-Gründer aus einer Eigenzählung.

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