News
access_time 3 Monaten vor

Sturridge, Bony, Llorente: Diese Top-Angreifer sind Vereinslos

von
visibility 343
comment 0

Der alljährliche Sommer gilt als Hochzeit für Transfergeschäfte und Spielerwechsel im europäischen Club-Fußball. Zum jetzigen Zeitpunkt haben beispielsweise Premier League Vereine bereits ganze 1,55 Milliarden Euro für neue Spieler ausgegeben. Auch abseits der reichsten Liga der Welt machen sich neue, hochdotierte Fernseh- und Sponsoringverträge sowie die zunehmende Investitionsbereitschaft von Finanzinvestoren im Fußball bemerkbar: Spanische La Liga Vereine gaben bislang 1,29 Milliarden Euro, italienische 1,09 Milliarden Euro und deutsche Bundesliga Clubs bereits über 700 Millionen für neue Spieler aus.

Transferpreise steigen – Ablösefreie Spieler bleiben

Während die aufgerufenen Preisschilder für Spieler weiter steigen und stetig neue Transferrekorde aufgestellt werden, ist der Fußball-Welt eine seltene Spezies erhalten geblieben – die der ablösefreien Spieler. Darunter fallen Kicker, die ihren Vertrag aus persönlichen, sportlichen oder finanziellen Gründen nicht verlängern wollten oder vom Verein aus keine weitere Vertragsverlängerung angeboten bekommen haben. Meist wurde vorher der entscheidende Zeitpunkt verpasst, den Spieler auf dem Markt zu verkaufen oder bei den bei den Vertragsverhandlungen zu hoch gepokert.

Während ablösefreie Spieler unter dreißig Jahre oft von mehreren Clubs umworben sind und letzlich frühzeitig wechseln, tummeln sich auch stets eine Reihe von Altstars unter den vereinslosen Spielern, die deutlich schwerer zu vermitteln sind. Oft liegt es an den hohen sportlichen Ansprüchen oder den gefestigten Gehaltsvorstellungen eines Spielers, die mit neben dem promintenten Namen die einzigen Überbleibsel der Hochzeit des fußballerischen Daseins darstellen. Kein Wunder also, dass auch dieses Jahr die Liste den allgemeinen Fußballkenner aufhorchen lässt. Im folgenden zeigen wir euch die promintesten Vertreter dieser Zunft. Einer davon, der alt-ehrwürdige Frank Ribery, hat soeben sein Wechsel zum AC Florenz verkündet. Mit Spannung wird erwartet, welcher Verein sich welchen Spieler schnappt. Vielleicht war die Verpflichtung des langjährigen Juve-Verteidigers Lichtsteiner bei Augsburg in diesem Sommer ja nur der Anfang.

Vier Schillernde Stürmer zum Nulltarif

Daniel Sturridge: Der 29-Jährige Angreifer gilt laut „transfermarkt.de“ mit einem Marktwert von 15 Millionen Euro als momentan wertvollster ablösefreie Spieler. Kein Wunder, dass mittlerweile ganze 13 Vereine, darunter Marseille, Betis Sevilla und Eintracht Frankfurt, an dem letztjährigen Champions League Sieger Interesse gemeldet haben. Dieser galt lange Zeit als eines der größten Talente der Insel, durchsetzen vermochte er sich jedoch auch aufgrund immer wiederkehrendem Verletzungspech selten. Unter Jürgen Klopp, der Sturridge als einen der „abschlussstärksten Spieler“ den er je gesehen habe, bezeichnete kam er in der letzten Saison auf 18 PL- und 7 CL-Einsätze (ingesamt 3 Tore).

Wilfried Bony: Ähnlich viele Vorschusslorbeeren wie Sturridge erhielt der Ivorer Wilfried Bony bei seinem 32 Millionen Euro schweren Wechsel zu Manchester City im Jahre 2015. Doch vier Jahre später ist nicht mehr viel vom alten Glanz übrig geblieben. Nachdem er sich unter Guardiola bei ManCity nicht gegen Aguero durchsetzen konnte, wechselte er für ein Drittel der Ablösesumme wieder zurück zu Swansea, in der Hoffnung an alte Zeiten anzuknüpfen zu können. Doch auch dort gelang der gewünschte Umschwung nicht, sodass er bis vor wenigen Wochen nach Katar zu Al Arabi ausgeliehen wurde. Nach sieben Spielen und fünf Treffern in der Stars League, möchte er wieder in Europa spielen. Wohin geht seine Reise?

Der Weltmeister und das nie eingelöste Talent

Fernando Llorente: Das spanische Urgestein Fernando Llorente ist Welt- und Europameister – und jetzt zum Nulltarif auf dem Transfermarkt zu haben. Der langjährige Goalgetter von Athletico Bilbao (327 Spiele: 111 Tore, 36 Vorlagen) und Juventus Turin (92 Spiele 27 Tore, 6 Vorlagen) ist mittlerweile 34 Jahre alt, aber immernoch heiß darauf, sich zu beweisen. Denn im letzten Jahr bei Tottenham schrappte er im Finale zwar nur knapp an dem Champions League Titel vorbei, spielte aber nicht mehr die große Rolle. Ingesamt absolvierte der Spanier nur 20 Spiele in der Premier League (1 Tor, 4 Vorlagen) und neun Spiele in der Champions League (1 Tor, 2 Vorlagen). Jedoch wurde er in den meisten Fällen nur für die letzten Minuten als große zentrale Spitze eingewechselt. Nun steht Llorente vor der Wahl nochmals viel Geld bei einem großen Klub zu kassieren, oder stattdessen bei einem kleineren Verein nochmals eine tragende Rolle zu spielen.

Lazar Markovic: 25 Millionen Euro – das war die Ablösesumme, die der FC Liverpool unter Regie des damaligen Coaches Brendan Rodgers im Jahr 2014 für Lazar Markovic zahlte. Der damals 20-Jährige Rechtsaußen galt als hochgradig talentiert und ein Versprechen für die Zukunft. Doch rückblickend hat sich Rodgers mit dem kostspieligem Transfer vertan. Sinnbildlich dafür steht seine Einsatzstatistik der letzten Jahre: Weder bei Liverpool, noch bei seinen zahlreichen Leihen danach kam er jemals wieder auf diejenigen 26 Saisonspiele (5 Tore, 5 Vorlagen), die er bei Benfica vor seinem Wechsel absolvierte. Waren es bei Liverpool in der ersten Saison immerhin noch 19 (1 Tor, 2 Vorlagen), wurde es bei seinen Leihen in Fenerbahnce Istanbul (14 Liga-Spiele, 0 Tore, 2 Vorlagen), Sporting Lissabon (6 Liga-Spiele, 1 Tor), Hull City (12 Liga-Spiele, 2 Tore), Anderlecht (8 Liga-Spiele, 1 Tor, 1 Vorlage) und Fulham (1 Spiel), von Jahr zu Jahr weniger. Nach diversen erfolglosen Versuchen bei verschiedenen europäischen Vereinen ist Markovic nun im besten Fußballeralter – und Vereinslos. Er wird bei seinem nächsten Verein, wenn er denn einen findet, wohl deutliche finanzielle Abstriche machen und sich wieder zu 100 Prozent auf den Fußball konzentrieren. Sonst wird das Ende seiner Karriere schneller besiegelt sein, als selbst der größte Kritiker es zu prophezeihen vermochte. Hamburger Sportverein vielleicht?

Liverpool Sieg und beide Teams treffen